FC Kandern
1920 e.V

Die Ballschule mit Stefan Ebner

Noch vor nicht allzu langer Zeit haben unsere Kinder das "ABC" des Spielens auf Straßen, Parks oder Bolzplätzen erlernt. Diese vielseitige, natürliche Ballschule gibt es heute bedauerlicherweise so gut wie nicht mehr. Auch die Sportvereine können dafür in der Regel keinen vollständigen Ersatz bieten: Die Kinder werden hier vielfach trainiert, bevor sie selbst spielen lernen. Das hat Nachteile: Kinder sind keine Spezialisten, sondern Allrounder. Einseitige Ausbildungen können dazu führen, dass sie frühzeitig die Lust verlieren und erbringen auch langfristig nicht den erwünschten Erfolg. Der FC Kandern erweitert daher  in Kooperation mit der Ballschule Stefan Ebner sein Angebot und bietet ab sofort Kurse der Ballschule Heidelberg an.

Die Ballschule wurde 1998 von Prof. Dr. Klaus Roth vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg (ISSW) als eine gemeinnützige Institution, die das Ziel verfolgt, dem zunehmenden Bewegungsmangel in der Kindheit entgegen zu wirken, gegründet. Aus einem ursprünglich zur Talentförderung gedachten Programm ist quasi ein „Kindersportangebot für alle“ geworden. Die Ballschule beruht auf aktuellen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen und folgt nicht dem Anything-Goes-Motto „Hauptsache Sport“.

Die Grundidee ist einfach: Kinder sollen durch selbstbestimmtes Spielen die Freude am Ballspielen entwickeln. Dafür gilt es, die frühere Straßenspielkultur wieder zu beleben. So lernen sie beim ABC des Spielens ganz nebenbei – auf implizitem Weg – „Spiele zu lesen und sensomotorisch zu schreiben”, wie es Roth formuliert. Das A steht dabei für den Bereich der Spiele. Hier erlernen die Ballschüler spielend übergreifende Taktikbausteine, die in allen Sportspielen wichtig sind. Im Bereich B wird die allgemeine Ballkoordination geschult. Das C steht für die sportspiel-übergreifenden Techniken (siehe untenstehende Grafik). Das Wichtigste ist jedoch, dass die Kleinen mit „Spielviren infiziert werden”, sagt Roth, damit sich Spielintelligenz und Kreativität entwickeln können. Eine zu frühe Spezialisierung auf

nur eine Sportart engt dabei das kreative Potenzial ein. Aus diesem Grund werden die Bälle aller großen Sportspiele verwendet und die Kinder in Spielen und Übungen mit der Hand, dem Fuß und dem Schläger nach dem Vorbild der Straßenspielkultur in die Welt der Sportspiele eingeführt. Dadurch erlangen die Ballschüler spielerisch ein breites Fundament an taktischen und balltechnischen Grundkompetenzen, so dass ihnen später der Einstieg in die Welt der großen Sportspiele leichter fällt.

Der Inhalt des Projektes Ballschule stellt eine Synthese sportwissenschaftlicher und psychologischer Ergebnisse aus verschiedenen Forschungsbereichen von Prof. Klaus Roth (Direktor des ISSW) dar und soll wieder das Straßenerlebnis vermitteln. Im Vordergrund steht eine vielseitige und spielerisch-unangeleitete Vermittlung von allgemeinen, altersgerechten und sportartübergreifenden Kompetenzen.

Die Ballschule Heidelberg kooperiert mittlerweile bundesweit mit zahlreichen Kindergärten und Schulen sowie ca. 150 Sportvereinen, darunter der SC Freiburg, Adler Mannheim und der VfL Gummersbach. Der FC Kandern möchte nun dieses erfolgreiche Konzept ebenfalls umsetzen und ist froh, dass man mit Stefan Ebner von der gleichnamigen Ballschule in Auggen einen ebenso erfahrenen, wie kompetenten Trainer gewinnen konnte.

Das neue Angebot richtet sich an alle Kinder zwischen 3 und 6 Jahren. Es finden zwei fortlaufende Kurse statt. Freitags von 14.15 bis 15.15 Uhr für fünf- und sechsjährige und anschließend von 15.15 bis 16.15 Uhr für drei- und vierjährige Kinder. In den Wintermonaten wird in der Halle der Grundschule Tannenkirch „trainiert“, bevor es dann im Frühjahr raus an die frische Luft und auf den Sportplatz des FC in der Au geht.

Das Kursangebot erstreckt über die Schulwochen bis zu den Sommerferien 2018. Ein Einstieg ist jeder Zeit möglich. Das erste Probetraining ist kostenlos und kann ohne Voranmeldung besucht werden.

Ansprechpartner:

Dominik Garbe (FC Kandern)

Tel. 07626 / 973551

E-Mail: dominik-garbe@t-online.de